PM: Zustimmung zum Abschiebeterminal ist politisches Armutszeugnis
München, 14.07.2026 – Die GRÜNE JUGEND München kritisiert die heutige Entscheidung des Aufsichtsrats der Flughafen München GmbH, den Bau eines Abschiebeterminals am Münchner Flughafen zu unterstützen.
Mit der heutigen Entscheidung wird nicht lediglich ein weiteres Gebäude errichtet. Es entsteht eine dauerhafte Infrastruktur, die darauf ausgelegt ist, Abschiebungen künftig schneller und in deutlich größerem Umfang abzuwickeln. Nach den Planungen sollen dort künftig bis zu 100 Menschen pro Tag abgeschoben werden können. Gleichzeitig fehlt am Münchner Flughafen bis heute ein unabhängiges Abschiebemonitoring, obwohl genau dies seit Jahren gefordert wird. Statt Transparenz zu schaffen, droht Abschiebungspraxis weiter der öffentlichen Kontrolle entzogen zu werden.
Die Entscheidung fällt in eine Zeit, in der die Migrationspolitik bundesweit immer weiter verschärft wird. Während Mittel für Integration, Sprachförderung oder Asylberatung gekürzt werden, investiert die Politik in den Ausbau von Abschiebeinfrastruktur. Gleichzeitig verschiebt sich der politische Diskurs immer weiter nach rechts: Migration wird zunehmend als Problem dargestellt, Abschiebungen als vermeintliche Antwort auf gesellschaftliche Herausforderungen. Das geplante Abschiebeterminal ist Ausdruck genau dieser Entwicklung.
„Wer ein eigenes Terminal für Abschiebungen baut, baut keinen Flughafen aus – sondern einen Rechtsruck ein. Dass ausgerechnet München diesen Weg geht, ist ein politischer Offenbarungseid.“, erklärt Luna Sahling, Co-Sprecherin der GRÜNEN JUGEND München.
München bezeichnet sich seit Jahren als weltoffene Stadt und als „Sicherer Hafen“. Der Bau eines Abschiebeterminals steht dazu in einem deutlichen Widerspruch. Eine Stadt, die Solidarität zu ihrem Markenzeichen erklärt, darf nicht gleichzeitig die Infrastruktur für eine Ausweitung von Abschiebungen schaffen.
„Weltoffenheit endet offenbar dort, wo sie politische Konsequenzen hätte. München schmückt sich mit Vielfalt – und baut gleichzeitig an seiner Abschiebeinfrastruktur.“, erklärt Aylin Zara Krüger, Co-Sprecherin der GRÜNEN JUGEND München.
Die GRÜNE JUGEND München wird den Protest gegen das Abschiebeterminal gemeinsam mit zahlreichen zivilgesellschaftlichen Organisationen fortsetzen. Gerade in Zeiten des gesellschaftlichen Rechtsrucks braucht es eine Politik, die Menschenrechte verteidigt, statt rechte Narrative zu übernehmen.
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