16. Juni 2026

Kein FLINTA* ohne INTA* – Auch bei uns in der GJM!



Die Mitgliederversammlung der GRÜNEN JUGEND München möge folgenden Antragstext 
beschließen:

Die GRÜNE JUGEND München erkennt an, dass intergeschlechtliche, nicht-binäre, 
transgeschlechtliche und agender Personen (INTA* Personen) auch innerhalb 
queerfeministischer Strukturen häufig unsichtbar bleiben oder mitgedacht statt 
aktiv einbezogen werden. Dies zeigt sich sowohl in der Sprache als auch in 
Veranstaltungsformaten, Bildungsangeboten und politischen Debatten. Unser 
Anspruch als queerfeministischer Verband darf nicht darin bestehen, INTA* 
Personen lediglich mit zu meinen. Vielmehr müssen ihre Perspektiven aktiv 
sichtbar gemacht, einbezogen und berücksichtigt werden.

Der Vorstand der GRÜNEN JUGEND München wird beauftragt, die politische Arbeit, 
Veranstaltungsplanung, Bildungsarbeit und Verbandskultur der GRÜNEN JUGEND 
München an den folgenden Grundsätzen auszurichten und entsprechende Maßnahmen 
umzusetzen.

  1. Die GRÜNE JUGEND München setzt sich dafür ein, bei jeglichen 
    Veranstaltungen eine Kultur zu etablieren, die die geschlechtliche 
    Vielfalt sichtbar macht und respektiert.
    Dazu gehören insbesondere:
    • Namensschilder mit der Möglichkeit, Pronomen freiwillig anzugeben;
    • abhängig von Größe und Format der Veranstaltung eine 
      Vorstellungsrunde mit Raum für Nennung von Namen und Pronomen;
    • eine aktive Einbeziehung von INTA* Personen bei der Entwicklung von 
      Maßnahmen und Strukturen sowie ein regelmäßiger Austausch über 
      Bedürfnisse und Verbesserungsvorschläge.
  1. FLINTA* Räume bleiben ein wichtiger Bestandteil queerfeministischer 
    Organisierung. Gleichzeitig müssen diese Räume bewusst inklusiv gestaltet 
    werden. Wir erkennen an, dass FLINTA*-Only-Räume für viele INTA* Personen 
    derzeit nicht dieselbe Sicherheit und Selbstverständlichkeit bieten wie 
    für andere Personen innerhalb des FLINTA* Spektrums.
    Dementsprechend soll bei FLINTA*-Only-Veranstaltungen:
    • die Einladung und Mobilisierung ausdrücklich klarstellen, dass alle 
      FLINTA* Personen willkommen sind, unabhängig von ihrer 
      Geschlechtsidentität, ihrem Erscheinungsbild oder gesellschaftlichen 
      Zuschreibungen;
    • zu Beginn ein Sensibilisierung für geschlechtlicher Vielfalt sowie 
      zu den Regeln des jeweiligen Safer Spaces durch ein eingesetztes 
      Awarnessteam stattfinden;
    • nach Möglichkeit Regeln zum Verhalten in Safer Spaces sichtbar 
      ausgehängt werden.
  1. Die GRÜNE JUGEND München erkennt an, dass FLINTA* Räume nicht automatisch 
    die verschiedenen Bedürfnisse von INTA* Personen erfüllen. Dementsprechend 
    ist es notwendig regelmäßig gesonderte Vernetzungstreffen und 
    Förderangebote für INTA* Personen anzubieten. Nach Möglichkeit gilt 
    hierbei auch zu prüfen, ob diese in Zusammenarbeit mit angrenzenden 
    Kreisverbänden entstehen können, da es besonders für INTA* Personen aus 
    dem ländlichen Raum schwierig ist safer spaces zu finden.
    Damit ein solcher Raum wirklich geschützt ist sollten folgende Maßnahmen 
    umgesetzt und Grundsätze beachtet werden:
    • Frühzeitige Bekanntgabe durch öffentliche und interne Kanäle;
    • zu Beginn ein Sensibilisierung für geschlechtlicher Vielfalt sowie 
      zu den Regeln des jeweiligen Safer Spaces durch ein eingesetztes 
      Awarnessteam stattfinden;
    • nach Möglichkeit Regeln zum Verhalten in Safer Spaces sichtbar 
      ausgehängt werden;
    • Beteiligung von INTA* Personen bei der Planung;
    • ein zugeschnittenes Awarenesskonzept, welches in Zusammenarbeit mit 
      INTA* Personen erarbeitet werden muss.
  1. Die GRÜNE JUGEND München erkennt an, dass diskriminierungsfreie Strukturen 
    Wissen, Sensibilisierung und die kontinuierliche Auseinandersetzung mit 
    unterschiedlichen Diskriminierungsformen voraussetzen. Insbesondere die 
    Perspektiven und Lebensrealitäten von INTA* Personen müssen stärker in 
    Bildungsarbeit und Verbandskultur berücksichtigt werden. Deshalb setzt 
    sich die GRÜNE JUGEND München für regelmäßige Bildungs- und 
    Sensibilisierungsangebote zu geschlechtlicher Vielfalt, queerfeindlicher 
    Diskriminierung und inklusiver Organisierung ein.
    Um dies nachhaltig umzusetzen benötigt es:
    • Schulungen zu diskriminierungsfreier Sprache;
    • Bildungsangebote über bestehende gesellschaftliche und rechtliche 
      Hürden für INTA* Personen;
    • Sensibilisierungen zu den Lebensrealitäten von INTA* Personen;
    • gesonderte Sensibilisierungsangebote für ein eingesetzes 
      Awarenessteam;
    • die Berücksichtigung von INTA* Perspektiven und Bedürfnisse im 
      Vielfalts- und Awarenessstatut.

Menschen, die die politische Bildungsarbeit der GRÜNEN JUGEND München gestalten 
oder den Verband repräsentieren, tragen eine besondere Verantwortung für einen 
reflektierten und diskriminierungsfreien Umgang mit geschlechtlicher Vielfalt. 
Der Vorstand wird beauftragt zu prüfen, wie die regelmäßige Teilnahme von 
Verantwortungsträger*innen an entsprechenden Bildungsangeboten verbindlich 
sichergestellt werden kann.

  1. Die GRÜNE JUGEND München lehnt jede Form der Quotierung anhand äußerer 
    Zuschreibungen oder vermuteter Geschlechtsidentitäten ab.
    Quotierung muss weiterhin auf Selbstbezeichnung beruhen!
    Gleichzeitig erkennen wir an, dass bestehende Verfahren insbesondere für 
    manche INTA* Personen die Gefahr eines unfreiwilligen Outings mit sich 
    bringen können. Der Vorstand wird beauftragt, ein Quotierungsverfahren für 
    offene Debatten zu entwickeln, das eine Selbstkennzeichnung ermöglicht, 
    ohne Personen zu einem Outing ihrer Geschlechtsidentität zu zwingen. Aus diesem Grund achten wir auch darauf, dass Formulare der GRÜNEN JUGEND München so gestaltet sind, dass sie Mitglieder nicht zu einem Outing ihrer Geschlechtsidentität zwingen.
  1. Die GRÜNE JUGEND München verpflichtet sich dazu, in ihrer 
    Öffentlichkeitsarbeit, Bildungsarbeit und internen Kommunikation möglichst 
    präzise Bezeichnungen zu verwenden und den Begriff FLINTA* nicht pauschal 
    als Ersatz für die Begriffe Frauen, weiblich gelesene Personen oder andere 
    spezifische Gruppen zu nutzen.
    Ziel geschlechtergerechter Sprache muss sein:
    • Menschen präzise zu benennen;
    • niemanden auszuschließen;
    • Selbstbezeichnungen zu respektieren
    • und Betroffene sichtbar zu machen, ohne ihnen fremde Definitionen 
      aufzuzwingen.
  1. Die GRÜNE JUGEND München erkennt an, dass Maßnahmen, die INTA* Personen 
    betreffen, nicht über ihre Köpfe hinweg entwickelt werden dürfen. 
    Gleichzeitig sind INTA* Personen niemandem eine Erklärung ihrer Identität 
    oder ihrer Erfahrungen schuldig. Die Verantwortung für 
    diskriminierungsfreie Strukturen liegt beim gesamten Verband. Gleichzeitig 
    erkennen wir an, dass unter den Begriff FLINTA* auch intergeschlechtliche 
    Personen fallen können, die cis Männer sind. Auch diese Perspektiven 
    müssen in unserer politischen Arbeit berücksichtigt werden.

Die GRÜNE JUGEND München wird diese Positionen aktiv gegenüber anderen 
Gliederungen der GRÜNEN JUGEND vertreten und sich für eine stärkere 
Berücksichtigung der Perspektiven von INTA* Personen innerhalb des gesamten 
Verbandes einsetzen.



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