Kein FLINTA* ohne INTA* – Auch bei uns in der GJM!
Die Mitgliederversammlung der GRÜNEN JUGEND München möge folgenden Antragstext
beschließen:
Die GRÜNE JUGEND München erkennt an, dass intergeschlechtliche, nicht-binäre,
transgeschlechtliche und agender Personen (INTA* Personen) auch innerhalb
queerfeministischer Strukturen häufig unsichtbar bleiben oder mitgedacht statt
aktiv einbezogen werden. Dies zeigt sich sowohl in der Sprache als auch in
Veranstaltungsformaten, Bildungsangeboten und politischen Debatten. Unser
Anspruch als queerfeministischer Verband darf nicht darin bestehen, INTA*
Personen lediglich mit zu meinen. Vielmehr müssen ihre Perspektiven aktiv
sichtbar gemacht, einbezogen und berücksichtigt werden.
Der Vorstand der GRÜNEN JUGEND München wird beauftragt, die politische Arbeit,
Veranstaltungsplanung, Bildungsarbeit und Verbandskultur der GRÜNEN JUGEND
München an den folgenden Grundsätzen auszurichten und entsprechende Maßnahmen
umzusetzen.
- Die GRÜNE JUGEND München setzt sich dafür ein, bei jeglichen
Veranstaltungen eine Kultur zu etablieren, die die geschlechtliche
Vielfalt sichtbar macht und respektiert.
Dazu gehören insbesondere:- Namensschilder mit der Möglichkeit, Pronomen freiwillig anzugeben;
- abhängig von Größe und Format der Veranstaltung eine
Vorstellungsrunde mit Raum für Nennung von Namen und Pronomen; - eine aktive Einbeziehung von INTA* Personen bei der Entwicklung von
Maßnahmen und Strukturen sowie ein regelmäßiger Austausch über
Bedürfnisse und Verbesserungsvorschläge.
- FLINTA* Räume bleiben ein wichtiger Bestandteil queerfeministischer
Organisierung. Gleichzeitig müssen diese Räume bewusst inklusiv gestaltet
werden. Wir erkennen an, dass FLINTA*-Only-Räume für viele INTA* Personen
derzeit nicht dieselbe Sicherheit und Selbstverständlichkeit bieten wie
für andere Personen innerhalb des FLINTA* Spektrums.
Dementsprechend soll bei FLINTA*-Only-Veranstaltungen:- die Einladung und Mobilisierung ausdrücklich klarstellen, dass alle
FLINTA* Personen willkommen sind, unabhängig von ihrer
Geschlechtsidentität, ihrem Erscheinungsbild oder gesellschaftlichen
Zuschreibungen; - zu Beginn ein Sensibilisierung für geschlechtlicher Vielfalt sowie
zu den Regeln des jeweiligen Safer Spaces durch ein eingesetztes
Awarnessteam stattfinden; - nach Möglichkeit Regeln zum Verhalten in Safer Spaces sichtbar
ausgehängt werden.
- die Einladung und Mobilisierung ausdrücklich klarstellen, dass alle
- Die GRÜNE JUGEND München erkennt an, dass FLINTA* Räume nicht automatisch
die verschiedenen Bedürfnisse von INTA* Personen erfüllen. Dementsprechend
ist es notwendig regelmäßig gesonderte Vernetzungstreffen und
Förderangebote für INTA* Personen anzubieten. Nach Möglichkeit gilt
hierbei auch zu prüfen, ob diese in Zusammenarbeit mit angrenzenden
Kreisverbänden entstehen können, da es besonders für INTA* Personen aus
dem ländlichen Raum schwierig ist safer spaces zu finden.
Damit ein solcher Raum wirklich geschützt ist sollten folgende Maßnahmen
umgesetzt und Grundsätze beachtet werden:- Frühzeitige Bekanntgabe durch öffentliche und interne Kanäle;
- zu Beginn ein Sensibilisierung für geschlechtlicher Vielfalt sowie
zu den Regeln des jeweiligen Safer Spaces durch ein eingesetztes
Awarnessteam stattfinden; - nach Möglichkeit Regeln zum Verhalten in Safer Spaces sichtbar
ausgehängt werden; - Beteiligung von INTA* Personen bei der Planung;
- ein zugeschnittenes Awarenesskonzept, welches in Zusammenarbeit mit
INTA* Personen erarbeitet werden muss.
- Die GRÜNE JUGEND München erkennt an, dass diskriminierungsfreie Strukturen
Wissen, Sensibilisierung und die kontinuierliche Auseinandersetzung mit
unterschiedlichen Diskriminierungsformen voraussetzen. Insbesondere die
Perspektiven und Lebensrealitäten von INTA* Personen müssen stärker in
Bildungsarbeit und Verbandskultur berücksichtigt werden. Deshalb setzt
sich die GRÜNE JUGEND München für regelmäßige Bildungs- und
Sensibilisierungsangebote zu geschlechtlicher Vielfalt, queerfeindlicher
Diskriminierung und inklusiver Organisierung ein.
Um dies nachhaltig umzusetzen benötigt es:- Schulungen zu diskriminierungsfreier Sprache;
- Bildungsangebote über bestehende gesellschaftliche und rechtliche
Hürden für INTA* Personen; - Sensibilisierungen zu den Lebensrealitäten von INTA* Personen;
- gesonderte Sensibilisierungsangebote für ein eingesetzes
Awarenessteam; - die Berücksichtigung von INTA* Perspektiven und Bedürfnisse im
Vielfalts- und Awarenessstatut.
Menschen, die die politische Bildungsarbeit der GRÜNEN JUGEND München gestalten
oder den Verband repräsentieren, tragen eine besondere Verantwortung für einen
reflektierten und diskriminierungsfreien Umgang mit geschlechtlicher Vielfalt.
Der Vorstand wird beauftragt zu prüfen, wie die regelmäßige Teilnahme von
Verantwortungsträger*innen an entsprechenden Bildungsangeboten verbindlich
sichergestellt werden kann.
- Die GRÜNE JUGEND München lehnt jede Form der Quotierung anhand äußerer
Zuschreibungen oder vermuteter Geschlechtsidentitäten ab.
Quotierung muss weiterhin auf Selbstbezeichnung beruhen!
Gleichzeitig erkennen wir an, dass bestehende Verfahren insbesondere für
manche INTA* Personen die Gefahr eines unfreiwilligen Outings mit sich
bringen können. Der Vorstand wird beauftragt, ein Quotierungsverfahren für
offene Debatten zu entwickeln, das eine Selbstkennzeichnung ermöglicht,
ohne Personen zu einem Outing ihrer Geschlechtsidentität zu zwingen. Aus diesem Grund achten wir auch darauf, dass Formulare der GRÜNEN JUGEND München so gestaltet sind, dass sie Mitglieder nicht zu einem Outing ihrer Geschlechtsidentität zwingen.
- Die GRÜNE JUGEND München verpflichtet sich dazu, in ihrer
Öffentlichkeitsarbeit, Bildungsarbeit und internen Kommunikation möglichst
präzise Bezeichnungen zu verwenden und den Begriff FLINTA* nicht pauschal
als Ersatz für die Begriffe Frauen, weiblich gelesene Personen oder andere
spezifische Gruppen zu nutzen.
Ziel geschlechtergerechter Sprache muss sein:- Menschen präzise zu benennen;
- niemanden auszuschließen;
- Selbstbezeichnungen zu respektieren
- und Betroffene sichtbar zu machen, ohne ihnen fremde Definitionen
aufzuzwingen.
- Die GRÜNE JUGEND München erkennt an, dass Maßnahmen, die INTA* Personen
betreffen, nicht über ihre Köpfe hinweg entwickelt werden dürfen.
Gleichzeitig sind INTA* Personen niemandem eine Erklärung ihrer Identität
oder ihrer Erfahrungen schuldig. Die Verantwortung für
diskriminierungsfreie Strukturen liegt beim gesamten Verband. Gleichzeitig
erkennen wir an, dass unter den Begriff FLINTA* auch intergeschlechtliche
Personen fallen können, die cis Männer sind. Auch diese Perspektiven
müssen in unserer politischen Arbeit berücksichtigt werden.
Die GRÜNE JUGEND München wird diese Positionen aktiv gegenüber anderen
Gliederungen der GRÜNEN JUGEND vertreten und sich für eine stärkere
Berücksichtigung der Perspektiven von INTA* Personen innerhalb des gesamten
Verbandes einsetzen.
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