Einrichtung eines AK Klimagerechtigkeit
Gerade erleben wir den fossilen Rollback live und in Farbe. Katherina Reiche
will Solarförderung und Heizgesetz zurückbauen, Trump steigt aus dem Pariser
Klimaabkommen und aus der Klimarahmenkonvention aus und weltweit kommen rechte
bis rechtsextreme Parteien an die Macht, die den Klimaschutz weit wie möglich
zurückfahren wollen.
Gerade ist Kommunalwahl, die davor war vor sechs Jahren. Damals ging es im
Wahlkampf weniger um Wohnen und die groben Fehler von Dieter Reiter, sondern es
ging vor allem um eins: Klimaschutz. Alle Parteien überboten sich damals in
München, wer denn die größte Klimaschützerin sei. (Btw war diese Wahl auch noch
vor Corona!)
Und ganz ähnlich ist das auch bei Wahlen auf anderen Ebenen. Sei’s in den USA,
sei’s bei den Bundestagswahlen, Klimaschutz spielt aktuell in Wahlkämpfen kaum
eine Rolle.
Und während Klimapolitik eingestampft wird, eskaliert die Klimakrise
gleichzeitig Jahr für Jahr. Von 2023-2025 waren jeweils die heißesten Jahre seit
Beginn der Wetteraufzeichnungen. Im Hitzesommer sterben in Europa zehntausende
Menschen, Extremwetter wie die Flut in Valencia 2025 töten und führen zu Schäden
in Milliardenhöhe.
Und wir Grüne in München? Wir haben einen Wahlkampf geführt, in dem das
Klimathema zwar nicht verschwiegen wurde, aber auch nicht komplett im
Vordergrund stand. Und das, obwohl wir die Klimapartei sind, wenn Klimaschutz
auf der Agenda steht, dann wählen die Menschen auch mehr Grüne. Oder?
Was können wir jetzt tun?
Lucie und ich würden gerne den AK Klimagerechtigkeit wieder einrichten lassen.
Damit es in der Grünen Jugend wieder einen festen Ort gibt, an dem Klimaschutz
Platz hat und an dem wir Mitglieder uns gemeinsam weiterbilden können. An dem
wir gemeinsam lernen können, auf welche wissenschaftlichen Fakten sich die
Klimawissenschaft stützt, wie eine notwendige Klimapolitik aussehen kann, wie
die fossile Lobby seit Jahren effektiven Klimaschutz im Westen verhindert und
was das Klimathema lokal und global mit den verschiedenen anderen Kämpfen
verbindet, die es zu kämpfen gilt. Mit antikapitalistischen Kämpfen,
antimilitaristischen Kämpfen, Antirassismus, Arbeitskämpfen, dem Kampf gegen
Ableismus und feministischen Kämpfen.
Wir können über globale Ungerechtigkeiten reden, denn die Klimakrise trifft
diejenigen am härtesten, die sie am wenigsten verursacht haben, wir können aber
auch über Ungerechtigkeiten in München reden, über die große Verantwortung des
globalen Nordens für mehr Klimaschutz, und zu guter Letzt auch darüber, wie wir
das Klimathema als GJ und als gesellschaftliche Linke wieder auf die Agenda
setzen können.
Wie geht es jetzt weiter:
Falls ihr der Einrichtung eines AK Klimagerechtigkeit zustimmt, werden bei der
ersten AK Sitzung zwei Koordis gewählt, die dann den AK für ein halbes Jahr
leiten. Wir würden uns in dieser Zeit mindestens zweimal treffen.
← zurück