Climate March: Über tausend Menschen ziehen für echten Klimaschutz durch die Münchner Innenstadt

6. Mai 2017: Die Teilnehmer*innen der Demonstration fordern tiefgreifende Maßnahmen, um den immer dramatischeren Entwicklungen der Klimakrise Einhalt zu gebieten.
Bei der Auftaktkundgebung zuvor hatten unter anderem die bekannte Münchner Band Jamaram und Katharina Schulze, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bayerischen Landtag, den Demonstrant*innen am Königsplatz ordentlich eingeheizt.

Um die Bekämpfung der Klimakrise ganz oben auf die politische Agenda zu setzen, zogen auf dem von der Grünen Jugend mitorganisierten Climate March in München über tausend Klimaaktivist*innen laut und bunt durch die Innenstadt. Mitmarschierende Bands, kreative Protestformen und nicht zuletzt strahlender Sonnenschein sorgten für beste Stimmung während der Demonstration.

Es bleiben nur noch wenige Jahre Zeit, um zumindest die schlimmsten Folgen der Erdüberhitzung abzuwenden. Wissenschaftler*innen fordern deshalb eine drastische Wende in der aktuellen Klimapolitik: Kohle, Öl und Gas müssen im Boden bleiben, Massentierhaltung beendet und öffentliche Gelder aus klimaschädlichen Investitionen abgezogen werden (sog. Divestment).

Saskia Weishaupt, Sprecherin der GRÜNEN JUGEND München nimmt die Stadt in die Pflicht:

Wir fordern die Stadt München auf, sich endlich ihrer Verantwortung zu stellen und ihren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Wir fordern die Stadt München auf, die Energiewende endlich umzusetzen und fossile Kraftwerke abzuschalten, Fahrradfahren und ÖPNV entschieden zu fördern und ihre Gelder aus klimaschädlichen Projekten abzuziehen. Von München soll kein Schaden ausgehen!

Sprecher Georg Kurz setzt seine Hoffnungen in die Zivilgesellschaft:

Mich schockiert die Untätigkeit und Ignoranz, mit der weite Teile der Parteienlandschaft der Katastrophe entgegensehen. Die Wissenschaft ist sich einig: Die Folgen des Klimawandels sind existentiell und bedrohen die Menschheit und unseren Planeten in nie dagewesenem Ausmaß. Wenn Regierungen nicht handeln, muss der Druck von der Straße kommen.
Und da gibt es Hoffnung: Wir erleben gerade die Geburtsstunden eines neuen globalen Aktivismus, die Klimabewegung wächst rasant. Immer mehr Menschen erheben ihre Stimme gegen das Zerstören unserer Lebensgrundlagen. Und das ist auch bitter nötig, wenn wir uns die Chance auf eine lebenswerte Zukunft erhalten wollen.

Immer mehr Menschen treibt die existentielle Bedrohung des Klimawandels auf die Straße, und so reihte sich die Demonstration in München ein in eine globale Protestwelle, angeführt vom Climate March in Washington D.C. mit über 200.000 Demonstrant*innen und Divestment-Aktionen auf der ganzen Welt.

Lizenzfreie Fotos der Demonstration zur freien Verwendung findet ihr hier.

CLIMATE MARCH – Am 6. Mai für’s Klima auf die Straße!

„Von München soll kein Schaden ausgehen!“ – Diese Erklärung wurde bereits im Juni 1998 vom Münchner Stadtrat beschlossen.

Es ist Zeit, dass auf Worte Taten folgen. Zusammen mit Fossil Free München, 350.org, Ende Gelände München, Umweltinstitut, Raus aus der Steinkohle, ödp München, Nord-Süd-Forum und vielen weiteren Organisationen rufen wir deshalb zur großen Demonstration für echten Klimaschutz und Divestment auf:

06. Mai – 13 Uhr – Königsplatz

Denn auch in München steht immer noch ein Kohlekraftwerk, in dem jährlich mehr als 800.000 Tonnen Steinkohle verfeuert werden. Autoabgase verpesten die Luft, Produkte aus klimaschädlicher Massentierhaltung sind allgegenwärtig. Und immer noch werden öffentliche Gelder in klimaschädliche Projekte investiert.
Damit muss Schluss sein!
Der Klimawandel betrifft nicht nur Eisbären in der fernen Arktis oder Menschen in Bangladesch, sondern uns alle.

Der Klimawandel ist die größte Gefahr in der Geschichte der Menschheit
– BAN KI MOON, ehemaliger UN-Generalsekretär

Die bisherigen Klimaschutzmaßnahmen sind wenig mehr als ein Tropfen auf den immer heißeren Stein. Doch es gibt Hoffnung: Immer mehr Menschen erkennen die existentielle Gefahr der Klimakrise, der Widerstand gegen Kohle, Erdöl und Erdgas wächst rasant. Dazu gehört auch: Divestment! Das bedeutet: Gelder raus aus der fossilen Industrie und rein in nachhaltige Projekte! Wir fordern die Stadt München auf, sich endlich zu Divestment zu bekennen.

Werdet Teil der internationalen Klimabewegung und geht mit uns am 6. Mai auf die Straße.

In diesem Mai werden Menschen auf allen Kontinenten ihre Stimme gegen Kohle, Öl und Gas erheben. Mehr zur Global Divestment Mobilisation 2017.

Ihr wollt eure Freund*innen einladen? Hier geht’s zur Facebookveranstaltung.

Bericht von der Vorstandsklausur März 2017

Am Wochenende des 17. und 18. März kamen wir als Vorstand zusammen, um unsere erste Klausur des Jahres 2017 in Bad Tölz abzuhalten. Dort konnten wir Büroräume sowie eine Schule als Übernachtungsgelegenheit nutzen, wodurch wir fernab vom Münchner Trubel in Klausur gehen konnten.

Nach Anreise, kurzem Spaziergang und Brotzeit konnten wir in die inhaltliche Arbeit einstiegen.
Dafür begannen wir mit einer kurzen Befindlichkeits- und Erwartungsrunde, reflektierten gemeinsam unsere Arbeit der letzten zwei Monate und beendeten den produktiven Teil des Abends mit konstruktiver Kritik und Verbesserungsvorschlägen für unsere zukünftige Zusammenarbeit – dabei lag der Fokus einerseits auf der Kommunikation und andererseits auf der Arbeitsteilung im Vorstand.

Am nächsten Tag starteten wir mit dem Technikteil. Bisher war primär Ludwig für die Arbeit mit dem Coporate Design zuständig, da den meisten Vorstandsmitgliedern das nötige Know-How im Umgang mit GIMP fehlte. Damit sich das in Zukunft ändert, erprobten wir uns im Umgang mit dem kostenlosen Bildbearbeitungsprogramm. Außerdem stellte uns Anne die Arbeit mit dem WordPress-Theme unserer Website vor.

Weiter ging es mit dem Schwerpunktthema Halbjahresplanung, weshalb wir zunächst über unsere persönliche Verfügbarkeit für die kommenden Monate redeten. Nachdem wir die private zeitliche Koordination abgeschlossen hatten, befassten wir uns mit der thematischen Zielsetzung. Unter anderem nehmen wir uns vor, bis Ende Juni die Mitgliederzahl von 300 zu erreichen. Die Arbeit in den Arbeitskreisen wurde evaluiert und soll erstmal so fortgeführt werden wie bisher. Allerdings wurde nochmals über die Zuständigkeiten für die jeweiligen AKs geredet.

Für zukünftige Veranstaltungen wurde betont, dass unser Veranstaltungsangebot nicht zu vortragslastig sein soll, sondern auch Workshops zur aktiven Mitarbeit organisiert werden sollen. Weiterhin waren wir uns einig, dass bildungspolitische Veranstaltungen, wie Aktionen, Vorträge, Seminare sowie Workshops im Vordergrund stehen, um unseren Bildungsauftrag zu erfüllen. In den nächsten Monaten soll nun unter anderem eine Antragswerkstatt, ein Kreisverbände-Vernetzungstreffen sowie ein Seminar zum Kapitalismus stattfinden.

Nach dem Mittagessen stand endlich der Punkt Wahlkampf auf der Tagesordnung. Neben einer Abfrage unserer Ziele und Erwartungen wurde überlegt, welche Materialien wir für die Bundestagswahl 2017 produzieren lassen möchten. Hier wurde entschieden, unsere zusätzlichen Ideen von der Planung des Bundesverbands abhängig zu machen, da dieser viele Materialien produzieren wird. Des Weiteren wurde über Facebook-Werbung diskutiert. Wir überlegten, welchen Inhalte wir in nächster Zeit bewerben wollen, wobei wir uns alle einig waren, dass wir nur Veranstaltungen bewerben wollen, keine einzelnen Sharepics. Die Diskussion, welche Veranstaltungsformate für die Facebook-Werbung in Frage kommen, wurde vertagt. Ideen für Wahlkampf-Aktionen sowie der komplette Tagesordnungspunkt Wahlkampf werden noch vertieft und konkretisiert, wenn wir aus dem Wahlkampfteam der GRÜNEN JUGEND einen Input zum Thema bekommen haben.

Insgesamt waren die eineinhalb Tage in Bad Tölz eine gelungene Vorbereitung für unsere Arbeit in den kommenden Monaten. Besonders der außerhalb von München gelegene Tagungsort wurde positiv bewertet.
Wir freuen uns auf die nächste Zeit mit euch allen – der Wahlkampf kann kommen!

CSU in München: Die Zweite Allgemeine Verunsicherung

Sie kann es einfach nicht lassen: Bereits im Januar ist die CSU in München auf heftige Gegenwehr gestoßen, mit absurden Forderungen zur Sicherheitspolitik wollte sie eine Notlage bekämpfen, die schlicht nicht existiert. Jetzt probiert sie in einem zweiten Anlauf, städtische Hilfssheriffs mit Schusswaffen aufmarschieren zu lassen, unter anderem in Bussen und Trambahnen.

Für Georg Kurz, Sprecher der Grünen Jugend München, ist das ein Offenbarungseid:

Die Rathaus-CSU ignoriert gekonnt sämtliche Statistiken und arbeitet lieber mit gefühlten Wahrheiten – Donald Trump lässt grüßen. Dass München die sicherste Großstadt Europas ist? Dass sich laut MVG-Umfrage 9 von 10 Fahrgästen sicher fühlen und 2016 die Zahl der Gewaltdelikte im Öffentlichen Nahverkehr in nur einem Jahr noch einmal um 14% abgenommen hat? Geschenkt. Interessiert die CSU nicht, passt nicht in ihre Agenda.“

Sprecherin Saskia Weishaupt hält derartige Vorstöße für gefährlich:

Die Strategie der CSU ist durchsichtig: Sie schürt systematisch ein Gefühl der Angst, um sich dann als Retterin in der Not aufzuspielen. Das Sicherheitsgefühl der Stadtgesellschaft zu Wahlkampfzwecken zu manipulieren, ist unverantwortlich. München ist eine weltoffene, lebenswerte sowie sichere Stadt. Das sollte betont werden, gerade dann, wenn sich Menschen irrationale Sorgen um Gewaltverbrechen in unserer Gesellschaft machen. Eine solch populistische Forderung hingegen ist einfach lächerlich, aber eben typisch CSU.“

Damals wie heute: Die Hälfte der Macht den Frauen!

Am heutigen Internationalen Frauen*kampftag finden auf der ganzen Welt Aktionen und Veranstaltungen statt.

Dazu Saskia Weishaupt, Sprecherin GRÜNE JUGEND München:
„Natürlich können wir heute feiern! Frauen* stehen heutzutage in unserer Gesellschaft besser denn je da, aber es gibt trotzdem noch viel zu tun. Frauen* sind in Parlamenten sowie Führungspositionen immer noch unterrepräsentiert, ihre sexuelle Selbstbestimmung wird in vielen Ländern der Welt immer noch eingeschränkt und die gleiche Entlohnung für die gleiche Arbeit ist nicht selbstverständlich. Deshalb ist es auch von großer Bedeutung, auf diese Missstände ungeschönt aufmerksam zu machen.
Die vollkommene Gleichstellung der Geschlechter ist aber nicht nur Aufgabe einer Gesellschaftsgruppe. Feminismus muss als ein gesamtgesellschaftliches Thema betrachtet werden – unabhängig von Hautfarbe, Religion, Geschlecht und vielen mehr. “

Anne Steuernagel, Schatzmeisterin GRÜNE JUGEND München, ergänzt:
„Nur durch die rechtliche Gleichstellung der Geschlechter wird strukturelle Diskriminierung von Frauen* nicht beendet. Solange Frauen* nicht gleichermaßen vertreten sind als Entscheidungsträgerinnen in Beruf, Politik und Gesellschaft, sind ihre Anliegen in der Öffentlichkeit unterrepräsentiert. Am internationalen Frauen*kampftag wollen wir deshalb klarmachen, welchen Stellenwert Frauen*angelegenheiten in der Gesellschaft haben sollten.“

Emma Richert, Beisitzerin GRÜNE JUGEND München, sagt abschließend:
„Gerade in Zeiten, in denen ein offenkundiger Sexist wie Donald Trump Präsident der Vereinigten Staaten ist, ist es umso wichtiger für uns Frauen*, auf die Straße zu gehen und für unsere Rechte zu kämpfen. Beispielsweise sterben jährlich bis zu 44.000 Frauen* an den Folgen illegaler Abtreibungen, weil ihnen legale Schwangerschaftsabbrüche verwehrt werden. Dies stellt einen massiven Eingriff in die Persönlichkeitsrechte von Frauen* dar, der auch im Jahr 2017 immer noch in vielen Ländern toleriert und verteidigt wird.“