15. September 2026

Sichtbar machen, was und geprägt hat – Für ein Museum zur Geschichte der Gastarbeiter*innen in München

Die Mitgliederversammlung möge beschließen:

Die GRÜNE JUGEND München setzt sich politisch, programmatisch und öffentlich dafür ein, dass die Landeshauptstadt München ein eigenständiges Museum zur Geschichte der sogenannten Gastarbeiter*innen schafft, das ihre Migrations-, Arbeits- und Lebensgeschichte in München von den 1950er Jahren bis heute sichtbar macht, erforscht und vermittelt.

Konkret fordert die GRÜNE JUGEND München:

  1. Gegenüber der Landeshauptstadt München sowie gegenüber der Stadtratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen–Rosa Liste setzt sich die GRÜNE JUGEND München dafür ein, dass ein entsprechender Antrag in den Kulturausschuss des Stadtrats eingebracht wird, mit dem Ziel, dass die Vollversammlung des Stadtrats das Kulturreferat mit der Konzeption und Errichtung eines Museums zur Geschichte der Gastarbeiter*innen in München beauftragt.
  1. Als ersten Schritt soll das Kulturreferat mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt werden, die Trägerschaft, Standort, Betriebskosten und mögliche Kooperationen klärt – etwa mit dem Münchner Stadtmuseum, dem NS-Dokumentationszentrum München, dem Stadtarchiv München, dem Historischen Seminar der LMU München sowie migrantischen Selbstorganisationen und Wohlfahrtsverbänden.
  1. Das Museum soll organisatorisch beim Kulturreferat der Landeshauptstadt München angesiedelt werden, analog zu bestehenden städtischen Erinnerungsorten, und dauerhaft mit ausreichenden Mitteln im städtischen Haushalt ausgestattet werden. Die entsprechende Mittelbereitstellung ist im Rahmen der jährlichen Haushaltsberatungen durch die Stadtratsfraktion zu beantragen.
  1. Die inhaltliche Konzeption soll partizipativ unter Einbeziehung von Zeitzeug*innen der Gastarbeiter*innen-Generation, ihren Nachkommen, migrantischen Communities und Selbstorganisationen, dem städtischen Migrationsbeirat sowie der Migrations- und Geschichtsforschung erfolgen.
  1. Das Museum soll insbesondere folgende Aspekte der Münchner Gastarbeiter*innen-Geschichte abbilden: die Anwerbeabkommen und ihre wirtschaftlichen wie politischen Hintergründe, die Ankunft und Erstunterbringung in München, die Arbeits- und Wohnbedingungen, die besondere Situation von Gastarbeiterinnen, Diskriminierungs- und Ausgrenzungserfahrungen, Familiennachzug und Vereinsleben sowie den bis heute wirkenden Beitrag dieser Generationen zur Münchner Stadtgesellschaft.
  1. Das Museum soll einen expliziten Bildungsauftrag erhalten: museumspädagogische Angebote für Schulen und Jugendgruppen, mehrsprachige Führungen und Materialien sowie eine enge Anbindung an die politische Bildungsarbeit der Stadt.
  1. Bei der Standortwahl soll geprüft werden, ob eine Anbindung an historisch bedeutsame Orte der Ankunft, etwa im Umfeld des Hauptbahnhofs, möglich ist, um die Geschichte auch räumlich erfahrbar zu machen.
  1. Die Grüne Jugend München setzt sich innerhalb der Stadtgesellschaft, in Bündnissen sowie in politischen Debatten dafür ein, der Geschichte der Gastarbeiter*innen als integralem Bestandteil der Münchner Stadtgeschichte einen dauerhaften und würdigen Platz in der städtischen Erinnerungskultur zu verschaffen.