Programm Frühjahrswerkstatt 2019

Freitag

17:00

Anreise

17:30

Eröffnung der Frühjahrswerkstatt

Amphitheater

19:00

Abendessen

Herzogstand

20:30

 Filmvorführung mit Diskussion

Seminarraum

Samstag

 

8:00

Frühstück

Herzogstand

9:30

Workshopphase

Herzogstand

9:30

Austeritätspolitik und Perspektiven der Solidarität für Europa

Seminarraum

9:30

Workshop in Planung

Jochberg

12:00

Mittagessen

Herzogstand

13:30

Fortsetzung Workshopphase

16:00

Open Space

19:00

Abendessen

Herzogstand

20:30

European Pup Quiz

Herzogstand

22:00

Party

Herzogstand

Sonntag

8:00

Frühstück

Herzogstand

9:30

Vorstellung der GJ Europakampagne

Jochberg

10:30

Reflexionswerkstatt

Jochberg

12:00

Abschlussrunde

Jochberg

13:00

Abreise

Seminarraum

 

Workshop 1

Austeritätspolitik und Perspektiven der Solidarität in Europa

Die anhaltende Sparpolitik in Reaktion auf die Krise 2008 ff. hat vor allem in den Ländern des europäischen Südens zu massiven sozialen Verwerfungen geführt. In Griechenland etwa wurde im Rahmen der Austeritätspolitik die soziale Infrastruktur so weit zurückgebaut, dass eine ausreichende Gesundheitsversorgung teilweise nicht mehr gewährleistet werden kann und es zu einem signifikanten Anstieg der Kindersterblichkeit gekommen ist.

Im Workshop werden wir herausarbeiten, dass Austeritätspolitik keinesfalls alternativlos und die einzig denkbare Form der Krisenbearbeitung ist, dass jedoch die Ideologie ausgeglichener Haushalte nicht zufällig nach der Krise des Fordismus zum hegemonialen Paradigma wurde. Seit Mitte der 1970er Jahre setzte sich das „politische Projekt der Austerität“ (Ingo Stützle) erstmals in nationalstaatlichen Wirtschaftspolitiken, später auch mit Konsolidierung der EU europaweit durch, wo es besonders von Deutschland vorangetrieben wurde. Interaktiv und mit Bezug auf Originalquellen sollen im Workshop sowohl historische als auch ideologische Voraussetzungen dieser Wirtschaftspolitik herausgearbeitet werden. Dabei nehmen wir zum einen den „verdrängten Ursprung“ (Hauke Brunkhorst) der autoritär durchgesetzten ökonomischen und politischen Integration der Europäischen Union und zum anderen die gegenwärtige Radikalisierung von ökonomischem Autoritarismus und Entdemokratisierung in den Blick.

Auch wenn diese Tendenzen der europäischen Einigung von Beginn an eingeschrieben sind, gab und gibt es immer wieder auch Gegenentwürfe eines sozialen und solidarischen Europas, an die angeknüpft werden könnte. Darin wird z.B. auf die Transformation der Europäischen Union von einer reinen Wirtschafts- und Währungsunion zu einer Ausgleichs-, Umverteilung- oder Transferunion mit dem Ziel der Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse in allen Regionen hingearbeitet. Zumeist sind es „Bewegungen von unten“, die häufig schon transnational vernetzt sind und in ihren konkreten Alltagspraktiken für ein anderes Europa eintreten. Im Workshop werden wir zusammentragen, welche „realen Utopien“ (Erik Olin Wright) und hoffnungsvollen Bewegungen der Solidarität es gegenwärtig gibt, in welcher Form diese sinnvoll unterstützt und wie Gegenmacht wirkungsvoll organisiert werden könnte. In der Diskussion sollen konkrete Möglichkeiten und Ansatzpunkte einer emanzipatorischen Politik nach innen und außen ausgelotet werden.

Der Workshop verfolgt damit drei Ziele: Erstens soll eine Bestandsaufnahme des aktuellen Zustands der Europäischen Union und der sozialen Folgen der Sparpolitik erarbeitet, zweitens eine ideologiekritische Analyse der gegenwärtigen und historischen politökonomischen Bedingungen geleistet und drittens Umrisse eines solidarischen und demokratischen Europas und Perspektiven einer solidarischen Politik diskutiert werden.

Workshop 2

Noch in Planung