PM: Nach den Verbrechen der letzten Woche – Wachsamkeit und Prävention statt Schein-Sicherheit

Die GRÜNE JUGEND München trauert mit den Opfern der schrecklichen Verbrechen der vergangenen Woche in Würzburg, München und Ansbach.
Über die Äußerung des OB Reiter, dass an der Wiesn in Zukunft ein Rucksack- und Taschenverbot gelten solle, zeigen sich die Sprecher*innen der GRÜNEN JUGEND München jedoch verwundert.

Sprecherin Tomke Schöningh stellt klar:

„Unser Mitgefühl gilt den Opfern sowie ihren Angehörigen, Freundinnen und Freunden. Ihr Leid darf jetzt allerdings nicht für politische Instrumentalisierung missbraucht werden. Weder geschlossene Grenzen noch ein Einsatz der Bundeswehr im Inneren oder ein Verbot von Taschen am Oktoberfest schaffen mehr Sicherheit. Statt auf Schein-Sicherheit muss auf eine aktive Präventionsarbeit gesetzt werden, die psychische Krankheiten genauso wie eine zunehmende ideologische Gewaltbereitschaft im Kern angeht.“

Marcel Rohrlack, Sprecher und Bundestagskandidat der GRÜNEN JUGEND München, fügt hinzu:

„Dass Herr Reiter jetzt vorschlägt Taschen und Rucksäcke an der Wiesn zu verbieten, ist höchst unseriös. Bei keinem der schrecklichen Vorfälle der letzten Tage noch beim Wiesn-Attentat 1980 hätte diese Maßnahme geholfen. Vielmehr muss auf die ständige Präsenz von Polizeikräften gesetzt werden um schnell auf Gefahrensituationen reagieren zu können. Ich will nicht, dass die Wiesn-Sicherheit für die Profilierung der Koalitionspartner im Rathaus missbraucht wird.“

GRÜNE JUGEND München stellt Bundestagskandidaten auf

An ihrer Mitgliederversammlung am 21. Juli hat die GRÜNE JUGEND München für Marcel Rohrlack ein Votum für die anstehende Bundestagswahl vergeben. Damit unterstützt die Jugendorganisation von Bündnis 90/Die Grünen ihren Sprecher dabei, in den Bundestag gewählt zu werden. Marcel Rohrlack ist seit Januar 2015 Sprecher der GRÜNEN JUGEND München. Er gehörte vorher dem Landesvorstand der GRÜNEN JUGEND an.

Sprecherin Tomke Schöningh sagt dazu:

»Es freut mich, dass wir mit Marcel einen jungen und ambitionierten Kandidaten haben, der für die Interessen der GRÜNEN JUGEND München einstehen wird. Wir wollen die Politik der GRÜNEN auf allen Ebenen selbst mitgestalten. Denn gerade wir jungen Menschen werden noch viel zu selten ernstgenommen und sind zudem in der Partei wie auch im Bundestag unterrepräsentiert! Marcel ist der richtige Kandidat damit endlich junge Menschen durch junge Menschen im Bundestag vertreten werden können.«

Der Kandidat der GRÜNEN JUGEND München, Marcel Rohrlack, fügt hinzu:

»Ich freue mich mit so stärker Unterstützung nun um das Vertrauen der Grünen Partei werben zu können. Es ist wichtig, dass wir im Wahlkampf alles geben gegen einen erstarkenden rechten Rand, dass wir den Hetzern eine Vision der Vielfalt entgegensetzen, und dass wir jungen Menschen selbst eine Stimme geben, indem wir ihre demokratische Teilhabe stärken. Ich bin voller Tatendrang für unsere grünen Überzeugungen zu kämpfen, denn wir haben viel zu tun.«

Ende Gelände 2016 – Nicht legal, aber legitim

„Break Free from Fossil Fuels“ – Bericht von Georg Kurz

Überflutungen richten schwere Verwüstungen in Bayern an, während Indien von einer Dürre historischen Ausmaßes heimgesucht wird. Ein Temperaturrekord jagt den nächsten, und damit einhergehend nehmen auch andere Wetterextreme rasant zu. Der Klimawandel beginnt unübersehbar Einzug zu halten in unseren Alltag, ob die AfD es wahrhaben will oder nicht. Doch das ist erst der Anfang.

Um die Chance auf das Erreichen des 2-Grad-Ziels zu wahren, müssen 80 % der noch verbliebenen Kohlereserven im Boden verbleiben. Steigen die globalen Temperaturen dagegen weiter an, werden durch das Erreichen sogenannter Kipp-Punkte positive Rückkopplungseffekte in Gang gesetzt: Wenn beispielsweise Permafrostböden auftauen oder Regenwälder austrocknen, erhöht sich die CO2 Konzentration in der Atmosphäre zusätzlich. Das Resultat wären weitere, nicht mehr kalkulierbare und sprunghafte Ansprünge des Weltklimas, mit wiederum verheerenden Folgen.

Noch ist es nicht zu spät, diesen Teufelskreis zu verhindern. Doch dafür muss schnellstmöglich ein einschneidender Paradigmenwechsel stattfinden: Weg von kurzsichtigen ökonomischen Zielen, hin zu nachhaltigem Wirtschaften und zukunftsfähigeren Technologien.

Doch derart weitreichende Veränderungen passieren nicht von alleine, und so hat sich die GJ München im Mai aufgemacht, die vom Aktionsbündnis „Ende Gelände“ organisierten Proteste gegen Braunkohleverstromung zu unterstützen. Während die Bundesregierung den Ausbau erneuerbarer Energien nun sogar gesetzlich deckeln will (!), versammelten sich in der brandenburgischen Lausitz etwa 4000 Aktivist*innen zum KlimaCamp. Das Camp fungierte als Zentrale, von hier aus starteten nach mehrtätigen Workshops, Aktionstrainings und Plenen die Aktionen: Um der Energiewende ein bisschen unter die Arme zu greifen und ein möglichst lautes Signal an die Öffentlichkeit zu senden, wurden durch tagelange Blockaden nicht nur der Tagebau Welzow Süd, sondern auch das nahegelegene Kraftwerk Schwarze Pumpe und die werksinternen Bahngleise zum Kohletransport weitestgehend lahmgelegt. Ein echter Meilenstein für die wachsende Klimabewegung und die größte Aktion zivilen Ungehorsams in Deutschland seit den Castor-Protesten im Wendland.

Im Normalbetrieb verbrennt die Schwarze Pumpe fast ein halbe Tonne Kohle pro Sekunde, was zu unglaublichen 36 000 Tonnen täglich führt. Die Auswirkungen nicht nur auf das Klima, sondern auch auf das Umland sind immens: Gigantische Bagger verwandeln ganze Landstriche und Dörfer in tote Mondlandschaften, freigesetzte Schwermetalle, Feinstaub, radioaktive Strahlung, giftige Gase und weitere Faktoren führen zu einer erheblichen Belastung der Umwelt und reduzieren die Lebenserwartung in der ganzen Region.

Doch der Widerstand gegen das Verheizen unserer Zukunft wächst, und das nicht nur hierzulande. Unser Protest reihte sich ein in eine ganze Serie von Massenaktionen zivilen Ungehorsams rund um den Globus. Unter dem Motto „Break Free from Fossil Fuels“ demonstrierten im Mai Menschen auf allen Kontinenten mit kreativen Protestformen, koordiniert von der Klimaschutzorganisation 350.org. Die Forderungen der Aktivisten beschränken sich dabei nicht nur auf einen beschleunigten Abschied vom „fossilen Zeitalter“, sondern werben generell für ein soziales und auf Nachhaltigkeit basierendes Wirtschaftssystem.

Neben bereichernden Erfahrungen und Erlebnissen nehmen wir aus der Lausitz auch einmal mehr die Bestätigung mit, dass man für seine Überzeugungen laut und entschieden einstehen muss.

Wer soll’s denn auch sonst machen ?

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Pressemitteilung: Keine Verweise für streikende Schüler*innen

Zu möglichen disziplinarischen Konsequenzen für die Schülerinnen und Schüler, die an der Demonstration des Bündnisses „Jugend gegen Rassismus“ teilgenommen haben, äußern sich die Sprecherin und der Sprecher der Grünen Jugend München folgendermaßen.

 

Marcel Rohrlack, Sprecher der GRÜNEN JUGEND München, sagt dazu:

„Häufig wird beklagt, dass Jugendliche sich nicht genug in politische Prozesse einbrächten. Die Demonstration zeigt stattdessen, dass Münchner Schülerinnen und Schüler durchaus für eine weltoffene Gesellschaft ohne Rassismus einstehen. Sie leisten einen wichtigen Beitrag für die Demokratie. Wir stehen daher hinter ihnen.“

 

Co-Sprecherin Tomke Schöningh fügt hinzu:

„Gerade Schulen sollten Jugendliche auf ihrem Weg zu mündigen Bürgerinnen und Bürgern begleiten, statt ihnen Steine in den Weg zu legen. Das Engagement der Jugendlichen sollte gewürdigt und nicht bestraft werden. Wir fordern die Schulleitungen auf, keinerlei Disziplinarmaßnahmen zu ergreifen und in Zukunft die Schülerinnen und Schüler beim Kampf für eine weltoffene Gesellschaft zu unterstützen.“

Pressemitteilung: Keine Sicherheitswacht in Neuhausen/Nymphenburg!

Die GRÜNE JUGEND München kritisiert die Einrichtung einer Sicherheitswacht in Neuhausen/Nymphenburg scharf.

Cemre Salam, Beisitzer im Vorstand und Beauftragter gegen Rechtextremismus im BA Trudering/Riem, kommentiert:

„Die Sicherheit im öffentlichen Raum ist die Aufgabe der Polizei und muss das auch bleiben. Dass einfache Bürger nach einem 40-stündigen Kurs nun auf Patrouille gehen können, ist in Zeiten von erstarkenden Bürgerwehren verheerend.“

Die Sprecherin des Vorstands, Tomke Schöningh, ergänzt:

„Es ist die Aufgabe des Staates Sicherheit zu gewährleisten. Es braucht keinen Sonderstatus für bestimmte Bürger als Hilfssheriffs. Daher können wir die Entscheidung des Bezirksausschusses nicht nachvollziehen.“