Bericht vom Landesjugendkongress

13147427_1361196937239795_2387253021008815860_ovon Anne Steuernagel

Am Wochenende vom 6. bis 8. Mai 2016 waren wir auf dem Landesjugendkongress der GRÜNEN JUGEND Bayern vertreten. Unter dem Motto „Sei sozial, Staat!“ haben sich ungefähr 90 Mitglieder der GRÜNEN JUGEND in Erlangen versammelt.

Dort waren wir nicht nur zahlreich vertreten, wir haben auch spannende Anträge zur Sozialpolitik und vielen anderen Politikfeldern beschlossen. Am Samtag sind wir für unsere neue Kampagne „Sei sozial, Staat!“ in Erlangen mit einer coolen Aktion auf die Straße gegangen, um für ein bedingungsloses Grundeinkommen, eine 100% Erbschaftssteuer und für Solidarität mit Geflüchteten zu werben. Außerdem wurde, wie jedes Jahr ein neuer Vorstand der GRÜNEN JUGEND Bayern gewählt: Eva Lettenbauer und Matthias Ernst wurden als Sprecher*innen bestätigt, Leon Eckert kehrt als Schatzmeister in den Vorstand zurück und Anna-Maria Lanzinger wurde als politische Geschäftsführerin gewählt. Jule Ziegler, Theresa Eberlein, Max Hieber und Niklas Wagener komplettieren den Vorstand als Frauen*- und Genderpolitische Sprecherin, bzw. als Beisitzer*innen. Wir gratulieren und freuen uns auf ein spannendes neues Jahr der Zusammenarbeit!

Auch Münchener Junggrüne sind (weiterhin) aktiv in der GRÜNEN JUGEND Bayern: Mit gleich acht Koordinierenden, die wir in den verschiedenen Landesarbeitskreisen im nächsten Jahr stellen werden, können wir die inhaltliche Arbeit der GJ Bayern entscheidend voranbringen. Vielen Dank Emma Richert, Simeon Beinlich, Alex Gillessen, Totti Schöningh, Marcel Rohrlack, Mariella Silvana, Sophie Harper und Karolin Borcherding, dass ihr diese verantwortungsvolle Aufgabe übernehmt. Dímitra Kostimpas wurde als Delegierte zur Petra-Kelly-Stiftung gewählt; Anne Steuernagel wird Delegierte zum Bundesfinanzausschuss und Teil des Rechnungsprüfungsteam.

Die Festung Europa am Brennerpass bekämpfen

– von Florian Kotthoff
Europa zerbricht aktuell an der Politik seiner Mitglieder. Egoismus und Kleinstaaterei prägen das Bild des politischen Handels und führen reihenweise zu Grenzschließungen.
Deshalb ist es schön zu sehen, dass auch die Idee eines vereinten Europas lebt. Wie beispielsweise am vergangenen Sonntag am Brennerpass an der Grenze zwischen Österreich und Italien. Dort demonstrierten über 1000 Menschen aus Italien, Österreich, Deutschland und weiteren Ländern  für offene Grenzen und überschritten gemeinsam und ohne das zeigen von Ausweisen den Grenzposten – mit dabei: Die Grüne Jugend München.
 „Die Festungspolitik Europas ist bereits schlimm genug. Wir als Bürger Europas sind verantwortlich für jeden Menschen, der sein Leben im Mittelmeer oder am Grenzzaun Europas verliert“, meint Tomke Schöningh, „Wir Bürger Europas tragen die Verantwortung für das Handeln von Frontex, der europäischen Grenzschutzagentur. Nun aber wollen viele Staaten auch noch ihre Grenzen innerhalb Europas dicht machen – das vervielfacht nur das Leid jedes Asylsuchenden.“
Besonders fällt auf, dass unter den Demonstranten viele Jugendliche und junge Erwachsene sind. Tomke Schöningh führt das auf den Grund zurück, dass Grenzschließungen weder eine zukunftsfähige noch nachhaltige Form der Außenpolitik sind. „Nur ein weltoffenes Europa ist den Aufgaben der Globalisierung überhaupt gewachsen. Gleiches gilt für unsere Gesellschaft – nur eine tolerante und weltoffene Gesellschaft ist in Zeiten einer globalisierten Welt überlebensfähig. Rechtspopulistische Parteien, die nun die Wiedereinführung von Grenzkontrollen fordern richten einen immensen Schaden an – vor allem für uns Jugendliche, vor allem für die nachfolgenden Generationen.“
Für uns von der Grünen Jugend gilt deshalb: Wir lassen uns weder unsere Zukunft noch unser vereintes Europa kaputt machen. Dafür gehen wir auf die Straße.

 

Frauen, engagiert euch!

Beitrag zur GRETA, dem Stadtrundbrief der GRÜNEN MÜNCHEN, im April 2016 _ von Anne Steuernagel

Am 8. März war Frauentag und alle Welt von der Deut- schen Bahn bis Facebook hat der Hälfte ihrer Nutzer*in- nen dazu gratuliert, dass sie dem schlechter bezahlten, mit weniger Macht betrauten und (weltweit) rechtlich
meist benachteiligten Geschlecht angehören. Gleichzeitig wird der Kampf für Frauenrechte beansprucht von rechtpopulistischen und rechtsradikalen Kreisen, die politisch für rückwärtsgewandte Frauenbilder stehen, um den eigenen Rassismus zu rechtfertigen. Wenn man heute noch etwas von der Frauenquote hört, dann nur, dass Unternehmen sie verfehlt haben oder dass ein weiteres Unternehmen eine Selbstverp ichtung zu einer Frauenquote umgeht, indem es von Anfang an festlegt, einen Frauenanteil von 0% erreichen zu wollen. Außerdem werden Frauen von der Gesellschaft noch immer regelmäßig ungerecht behandelt – sie werden mit anderen Maßstäben beurteilt als Männer, geht es nun um ihre Sexualität oder ihre Träume und Ziele.

Angesichts solcher Zustände stehe ich ratlos da: Warum springen Frauen nicht in kollektiver Entrüstung auf und fordern die Rechte ein, die ihnen zustehen? Warum sinkt die Wahlbeteiligung auch bei Frauen von Wahltag zu Wahltag und warum kümmern sich Frauen ehrenamtlich oder unbezahlt um Angehörige, Notleidende oder Flüchtlinge, nur nicht um ihre eigene Interessenvertretung? Haben gesellschaftliche Stereotypen so eine große Macht über unser Verhalten, dass sich die Mehrheit der Frauen mit dem status quo zufrieden gibt?

Über die Antworten auf diese Fragen kann ich nur mutmaßen, ich könnte überlegen, ob sich Frauen heutzutage nicht mehr benachteiligt fühlen oder ob sie zufrieden sind mit den Rollen, die sie innehaben. Schließlich könnte ich es auch auf die allgemeine „Politikverdrossenheit“ und ein Gefühl der Machtlosigkeit schieben.

Aber wie die Antworten auf diese Fragen auch lauten mögen, wir, die GRÜNE JUGEND München, werden uns mit diesem Ist-Zustand nicht einfach zufriedengeben! Vielmehr bieten wir jungen Frauen und Mädchen eine Plattform, um für ihre Überzeugungen und für eine gleichberechtigte Stellung in der Gesellschaft zu kämpfen. Unser Ziel ist es, mehr Frauen zu motivieren sich an der politischen Arbeit und der gesellschaftlichen Debatte zu beteiligen. Nur so können wir Veränderungen bewirken und zu den „Heldinnen unserer eigenen Geschichte“ werden.

Rechenschaftsbericht 2015: Neue Herausforderungen

Über fast das ganze Jahr (außer in der Sommerpause) fanden monatliche Mitgliederversammlungen und Stammtische in vielen verschiedenen Lokalitäten statt, wo wir völlig frei und ungebunden über politische Themen diskutieren konnten oder einfach uns trafen um neue Mitglieder oder Interessierte kennenzulernen.

Leider mussten wir auch jeden Montag unsere Mitglieder dazu aufrufen gegen Pegida-München bzw. BAGIDA auf die Straße zu gehen.

Wir wollen #hierwohnen!

Mit unserer Kampagne haben wir es geschafft öffentlich wirksam uns in die Wohnungsbaudebatte in München einzubringen.

Wir haben unsere Forderung nach Nachverdichtung und eine Wohnungsbauoffensive mit einer Zuschneidung der Wohnungen auf die Bedürfnisse der 20.000 bis 30.000 „Neuankömmlinge“ verdeutlicht. Doch neue zusätzliche Wohnungen sind nur die halbe Miete: Die Kunst dabei ist, dass diese Wohnungen auch für Geringverdiener und Studenten bezahlbar bleiben.

Satzungsreform

Am Anfang des Jahres „verliehen“ wir der Grünen Jugend München ein neues Gesicht in Form von einer überarbeiteten Satzung.

Bildungsarbeit

Die zwei wichtigsten bundesweiten Veranstaltungen für uns als Grüne Jugend waren die BuKo-Fahrten nach Dresden und Bremen. Es nahmen zahlreiche GJM-Mitglieder am Bundeskongress teil, sodass wir auch im letzten Jahr sehr gut vertreten waren.

Lydia Dietrich, Stadträtin B90/Grüne, hielt für uns einen Vortrag zum Thema „Lebenssituation und Anerkennungspraxis von LGBT Flüchtlingen“.

Da unsere Sprecherin, Sophie, enge Kontakte zu Helfer*Innen in der Bayernkaserne pflegt, hatten wir die Gelegenheit dort bei der Kleiderausgabe zu unterstützen und mit Flüchtlingen in Kontakt zu treten.

Mitte des Jahres hatten wir die Ehre von Rabbiner Steven Langnas in der Münchner Synagoge eine Führung zu bekommen. Hier wurden uns die Bräuche des Judentum näher gebracht und erläutert.

Im NS-Dokuzentrum hatten wir die Gelegenheit eine Führung im Haus in Anspruch zu nehmen.

Nach den Gräueltaten des IS in Paris, luden wir Dr. David Arn von der LMU zu unserer Jahresabschlussversammlung mit Dezember-MV ein, der einen sehr interessanten und informativen Vortrag zur Entstehung und der Infrastruktur des IS hielt.

Feministische Aktionen

Zusammen mit aktiven Mitgliedern von den „Altgrünen“ haben wir am Weltfrauentag am Sendlinger Tor eine Aktion veranstaltet unter der Überschrift „Ich will keine Rose – Ich will eine Führungsposition!“. Hier haben wir andere Parteien, die auf der Straße Frauen rote Rosen verteilen, bloßgestellt.

Über das ganze Jahr waren die weiblichen Vorstandsmitglieder für das Frauenmentoringprogramm zuständig und organisierten unter anderem Frauenfrühstücke mit engagierten Frauen in der GRÜNEN JUGEND.

Aktionen

Erfreulicherweise hatten wir sehr viele Aktionen auf der Straße durchgeführt. Das Wetter unterstützte uns glücklicherweise dabei.

Wir beteiligten uns an der Demo gegen den G7-Gipfel, wo hunderttausende in ganz Deutschland auf die Straße gingen.

Leider mussten wir im letzten Jahr auch öfter auf die Straße gehen um Werte zu verteidigen, die eigentlich bisher als für selbstverständlich gehalten wurden. Wie zum Beispiel als Marcel zusammen mit seinem Freund nach dem CSD Opfer einer homophoben Gewalttat wurde. Wir wollten nicht nichts dagegen unternehmen. Innerhalb von 48 Stunden organiserten wir eine Solidaritätskundgebung am Weißenburger Platz. Von dieser Aktion wurden in mehreren Medien berichtet und es waren 300 Leute anwesend.

Zusammen mit den Grünen besetzten wir am Parking Day einen großen Teil des Parkplatzes an der Sendlinger Straße, um noch einmal zu unterstreichen dass diese Straße endlich in einer Fußgängerzone umgewandelt gehört.

Als Viktor Orban für eine immer härtere Abschottung Ungarns sorgte, setzten wir vom Kloster Banz aus ein Zeichen in Richtung Europa und an die CSU, als sie dort ihren Parteitag abhielten und Viktor Orban zum Gespräch einluden.

Auf der 18.jetzt Party im Rathaus haben wir es geschafft allen anderen Jugendorganisationen die Show zu stehlen.

Der Bundesvorstand der GJ startete eine Kampagne für die Legalisierung von Cannabis in Deutschland. Als Joint bzw. als Hanfblatt verkleidet kamen wir am Stachus mit Menschen in Kontakt und diskutierten mit ihnen dieses längst hinfällige Thema.

Außerdem

Häkeltreffen, Red-Hand-Day, EqualPayDay, Demonstration zum IDAHOT, Kleidertauschparty, Sommerfest an der Isar, Filmabende, Kondome verteilen am Welt AIDS Tag, Bildungsbeirat, Klima-Aktion, How to Vorstand und Jahreshauptversammlung.

Kinobesuch „Wir sind jung. Wir sind stark“

Als erste Bildungsveranstaltung im neuen Jahr veranstaltete der Vorstand einen Besuch der Kinovorstellung „Wir sind jung. Wir sind stark.“ im Kino MONOPOL am Nordbad. Der Film handelt von den rassistischen Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen in den Neunzigern und zeigt die Problematik der ausländerfeindlichen Strömungen in Gesellschaften auf, so wie die radikalen Dynamiken in rechtsextremen Gruppierungen. Die Mitglieder der GRÜNE JUGEND München, die sich diesen Film von Burhan Qurbani ansahen, fanden ihn eine filmisch hervorragend umgesetzten Beitrag zum Thema Ausländer_innenfeindlichkeit, der einen gedenken lässt, dass der Hass gegen Asylsuchende in Deutschland noch lange keine Problematik ist, die der Vergangenheit angehört, sondern aktuell wie eh und je ist. Deswegen möchte die GRÜNE JUGEND München weiter Bildungsveranstaltungen gegen Rechtsextremismus und Ausländerhass veranstalten und zum Beispiel Veranstaltungen organisieren, bei denen sich Interessierte näher informieren können. Wenn Ihr noch Anregungen zu weiteren Bildungsveranstaltungen habt, könnt Ihr euch gerne an den Vorstands wenden!

Sophie Harper, Sprecherin