Bericht von der Vorstandsklausur

Wir trafen uns als Vorstand Anfang Oktober im schönen Gräfelfing zur ganztägigen Vorstandsklausur. Es gab sehr viel zu debattieren darüber, welche Richtung wir im letzten Quartal einschlagen. Saskia wurde wenige Tage zuvor neu in den Vorstand gewählt und nun galt es, sie arbeitstechnisch in ihren Aufgabenbereich einzuführen.
Ein ganz großer Punkt war der Gedanke ob wir auch nächstes Jahr mit sechs Vorstandsmitgliedern an den Start gehen. Grund hierfür war unter anderem der kommende Wahlkampf und allgemein die Auslastung des Vorstands. Es wurden einige Vorschläge eingebracht und es wurde lange und heiß diskutiert. Nach intensivem Gespräch haben wir uns dazu entschlossen, die Größe des Vorstandes bei sechs Mitgliedern zu belassen. Die einzige Änderung: Es wird ein neuer Vorstandsposten geschaffen. Ein*e politische*r Geschäftsführer*in könnte allgemeine Organisationsaufgaben übernehmen und sich vollkommen auch auf diese konzentrieren. Als aktueller Vorstand werden wir auf der nächsten Mitgliederversammlung einen Satzungsänderungsantrag stellen, damit auf der Jahreshauptversammlung mit dem neuen Vorstand auch (vorausgesetzt dieser Antrag wird angenommen) der*die erste politische Geschäftsführer*in gewählt werden kann.
Ein zweiter großer Punkt, der sehr lange diskutiert wurde, war die Frage wie wir die Arbeit zwischen  Vorstand und AK Koordinierenden optimieren können. Hierfür wurde zunächst die Schaffung eines neuen Gremiums vorgeschlagen und diskutiert. Relativ schnell kamen wir zu dem Schluss, dass es wenig Sinn macht, das alles ohne die AK Koordinierenden zu besprechen. Deswegen haben wir uns dazu entschlossen erst einmal zu einem rein informellen Meeting einzuladen, um dann eine endgültige Entscheidung zu fassen.
Das letzte Quartal bringt viele spannende Veranstaltungen mit sich. Zum einen wird weiterhin das bayerische Ausgrenzungsgesetz ein großes Thema bleiben, die große „18! Jetzt“-Party, eine Aktion mit Katharina Schulze (MdL) zum Thema Hass gegen Frauen, noch zwei spannende Mitgliederversammlungen usw.
Bald beginnen dann auch die schönen aber sündhaft teuren Wintermärkte in München.
Wir haben uns dazu entschlossen, auf einer der Mitgliederversammlungen mittels Antrag einen sozialen Wintermarkt zu fordern. Wenn wir uns an die vergangenen Jahre erinnern, wie viel für einen Punsch oder Glühwein verlangt wird, müssen wir schnell an finanziell schwächere Menschen denken, die genauso ein Recht darauf haben mit allen anderen ein, zwei oder mehr Tassen Glühwein zu trinken. Deshalb fordern wir die Landeshauptstadt dazu auf, zumindest auf jedem Wintermarkt in München einen Stand zu betreuen, an dem man mit der Vorlage eines sogenannten „München-Pass“ einem Glühwein für 1€ bekommt.
Schlussendlich können wir sagen, dass wir gut vorbereitet und bestens motiviert in das letzte Quartal gestartet sind und uns auf rege Zusammenarbeit mit vielen aktiven Mitgliedern freuen!

Euer Vorstand
Totti, Marcel, Anne, Saskia, Georg, Cemre

EIN ALPENPARADOXON?

VON ANNE STEUERNAGEL
erschienen in der GRETA, Stadtrundbrief der GRÜNEN München, im Oktober 2016

Können wir Probleme lösen, deren Teil wir sind? Das war wohl die wirklich unerwartete Frage für mich nach unserem Hüttenwochenende in den Dientener Bergen. Klar ist, dass Klimawandel und Massentourismus nicht zu unterschätzende Gefahren für die Alpen darstellen. Ein immer mehr, immer höher, immer weiter beim Bau von Liftanlagen, Hotelanlagen oder bei der Erschließung von Skigebieten war lange die Devise in der Tourismusregion Alpenraum. Wir haben auf unserem Wochenende diskutiert, ob das noch immer so ist oder ob sich zunehmend doch ein naturfreundlicher Tourismus durchsetzen kann – und waren nebenbei noch ein bisschen wandern.
Nach einer Anreise teilweise mit dem Auto und mit Bus und Bahn, haben wir am Freitagabend unsere Selbstversorgerhütte in der Nähe von Dienten in Beschlag genommen. Am nächsten Morgen stand dann gleich eine Wanderung auf dem Programm. Unterwegs haben wir nicht nur einen tollen Ausblick genossen, sondern auch allerhand gelernt – eine fachkundige Pilzsammlerin aus unserer Gruppe, die erklärt hat, welche Pilze am Weg essbar sind und eine kurze Ausführung über die Schäden des Orkan Kyrill 2007 in den Bergwäldern waren nur zwei Beispiele für die vielen Möglichkeiten (voneinander) etwas zu lernen auf dieser Wanderung.
Der Sonntag war dann der Tag für hitzige Debatten mit Seminaren zur Alpenkonvention und zum (Massen-) Tourismus in den Alpen. Während wir uns bei der Beschäftigung mit der Alpenkonvention noch relativ einig waren, dass sie viele leere Worthülsen enthält und der Alpenschutz weiter gedacht und genauer ausgeführt werden muss, merkten wir beim zweiten Seminar ziemlich schnell, dass auch wir Teil des Problems sind: Wir sind ein Teil der jährlich über 100 Millionen Tourist*innen in den Alpen. Zentrale Frage war deshalb nicht nur, wie mit der schieren Anzahl an Tourist*innen umgegangen werden kann. Sondern auch, wie nachhaltiger Tourismus gefördert und die Anzahl der Tourist*innen reduziert werden kann, ohne Menschen den Zugang zum Alpenraum zu verwehren. So war die Befürchtung einerseits, dass eine bessere Bus- und Bahnanbindung noch mehr Tourist*innen in die Berge lockt, während das anderseits zu einer Verringerung des Autoverkehrs führen würde.
Für uns alle war klar, dass Bildung über das Verhalten am Berg und die Fragilität der Umwelt auf jeden Fall zum Alpenerlebnis dazugehören. Schon in der Schule sollte ein stärkeres Bewusstsein für den Umgang mit der Natur geschaffen werden. Denn nur, wenn sich Einzelpersonen rücksichtsvoll verhalten, nicht ihren Müll am Berg liegen lassen, abseits der Wege die Natur zertrampeln oder Fünf-Sterne-Luxus am Berg erwarten, wird es möglich sein, Naturschutz und Tourismus unter einen Hut zu bekommen. Ein wenig Mut macht in der Hinsicht nur das Aufkommen eines neuen Naturbewusstseins in einzelnen Teilen der Gesellschaft – das ist jedoch noch lange nicht die Norm! Deshalb muss es einen Stopp für touristische Erschließungsvorhaben geben, die im Angesicht des Klimawandels einen Anachronismus darstellen
und einen unreflektierten, für die Alpen schädlichen Tourismus befeuern. Die Alpenregion ist hinreichend mit Seilbahnen ausgestattet, so dass es auch für Menschen mit körperlichen Einschränkungen möglich ist, sich die Alpen „von oben“ anzuschauen. Und was die restlichen Berge angeht, so sollten sie vielleicht wirklich der Natur oder zumindest denen vorbehalten bleiben, die bereit sind, sie aus eigener Anstrengung zu bezwingen.
Von diesem Wochenende nehmen wir auf jeden Fall viel neues Wissen und die Einsicht mit, dass bei vorhandener Motivation, etwas zu ändern, und bei Bereitschaft, mit gutem Beispiel für einen nachhaltigeren Tourismus voranzugehen, ein besserer Schutz der Alpen möglich ist. Zu dieser gemeinsamen Aufgabe braucht es aber nicht nur verantwortungsvolle Tourist*innen, sondern auch eine öffentliche Hand, die Naturschutz durchsetzt und den Bau neuer Skianlagen und Spaßanlagen in den Alpen verhindert.

Ende Gelände 2016 – Nicht legal, aber legitim

„Break Free from Fossil Fuels“ – Bericht von Georg Kurz

Überflutungen richten schwere Verwüstungen in Bayern an, während Indien von einer Dürre historischen Ausmaßes heimgesucht wird. Ein Temperaturrekord jagt den nächsten, und damit einhergehend nehmen auch andere Wetterextreme rasant zu. Der Klimawandel beginnt unübersehbar Einzug zu halten in unseren Alltag, ob die AfD es wahrhaben will oder nicht. Doch das ist erst der Anfang.

Um die Chance auf das Erreichen des 2-Grad-Ziels zu wahren, müssen 80 % der noch verbliebenen Kohlereserven im Boden verbleiben. Steigen die globalen Temperaturen dagegen weiter an, werden durch das Erreichen sogenannter Kipp-Punkte positive Rückkopplungseffekte in Gang gesetzt: Wenn beispielsweise Permafrostböden auftauen oder Regenwälder austrocknen, erhöht sich die CO2 Konzentration in der Atmosphäre zusätzlich. Das Resultat wären weitere, nicht mehr kalkulierbare und sprunghafte Ansprünge des Weltklimas, mit wiederum verheerenden Folgen.

Noch ist es nicht zu spät, diesen Teufelskreis zu verhindern. Doch dafür muss schnellstmöglich ein einschneidender Paradigmenwechsel stattfinden: Weg von kurzsichtigen ökonomischen Zielen, hin zu nachhaltigem Wirtschaften und zukunftsfähigeren Technologien.

Doch derart weitreichende Veränderungen passieren nicht von alleine, und so hat sich die GJ München im Mai aufgemacht, die vom Aktionsbündnis „Ende Gelände“ organisierten Proteste gegen Braunkohleverstromung zu unterstützen. Während die Bundesregierung den Ausbau erneuerbarer Energien nun sogar gesetzlich deckeln will (!), versammelten sich in der brandenburgischen Lausitz etwa 4000 Aktivist*innen zum KlimaCamp. Das Camp fungierte als Zentrale, von hier aus starteten nach mehrtätigen Workshops, Aktionstrainings und Plenen die Aktionen: Um der Energiewende ein bisschen unter die Arme zu greifen und ein möglichst lautes Signal an die Öffentlichkeit zu senden, wurden durch tagelange Blockaden nicht nur der Tagebau Welzow Süd, sondern auch das nahegelegene Kraftwerk Schwarze Pumpe und die werksinternen Bahngleise zum Kohletransport weitestgehend lahmgelegt. Ein echter Meilenstein für die wachsende Klimabewegung und die größte Aktion zivilen Ungehorsams in Deutschland seit den Castor-Protesten im Wendland.

Im Normalbetrieb verbrennt die Schwarze Pumpe fast ein halbe Tonne Kohle pro Sekunde, was zu unglaublichen 36 000 Tonnen täglich führt. Die Auswirkungen nicht nur auf das Klima, sondern auch auf das Umland sind immens: Gigantische Bagger verwandeln ganze Landstriche und Dörfer in tote Mondlandschaften, freigesetzte Schwermetalle, Feinstaub, radioaktive Strahlung, giftige Gase und weitere Faktoren führen zu einer erheblichen Belastung der Umwelt und reduzieren die Lebenserwartung in der ganzen Region.

Doch der Widerstand gegen das Verheizen unserer Zukunft wächst, und das nicht nur hierzulande. Unser Protest reihte sich ein in eine ganze Serie von Massenaktionen zivilen Ungehorsams rund um den Globus. Unter dem Motto „Break Free from Fossil Fuels“ demonstrierten im Mai Menschen auf allen Kontinenten mit kreativen Protestformen, koordiniert von der Klimaschutzorganisation 350.org. Die Forderungen der Aktivisten beschränken sich dabei nicht nur auf einen beschleunigten Abschied vom „fossilen Zeitalter“, sondern werben generell für ein soziales und auf Nachhaltigkeit basierendes Wirtschaftssystem.

Neben bereichernden Erfahrungen und Erlebnissen nehmen wir aus der Lausitz auch einmal mehr die Bestätigung mit, dass man für seine Überzeugungen laut und entschieden einstehen muss.

Wer soll’s denn auch sonst machen ?

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Bericht vom Frauen*rhetoriktraining

von Anne Steuernagel

Am 22. Mai hat die GRÜNE JUGEND München ein Frauen*rhetorikseminar für Frauen, Inter- und Transgender-Personen in und außerhalb der GRÜNEN JUGEND organisiert: Zu verschiedenen Themen vom Umgang mit sexistischem und dominantem Redeverhalten bis hin zu einem selbstbewussten Auftreten und der richtigen non-verbalen Kommunikation wurden viele Punkte angesprochen. Neben der Theorie kam dabei natürlich auch die  Praxis nicht zu kurz. Dabei galt immer auch die Devise, wir wollen gehört werden und unsere Meinung vertreten, ohne das gleiche unfaire oder sexistische Redeverhalten an den Tag zu legen, mit dem sich Frauen so häufig rumschlagen müssen.

Mit 18 hochmotivierten Teilnehmerinnen, der großartigen Trainerin Lisa Bendiek und einer leckeren Verpflegung haben wir den Tag gerockt: Nach unserem Frauen*rhetoriktraining können wir uns also in Zukunft auf noch viel mehr schlagfertige und überzeugende Frauen* gefasst machen!


Bericht vom Landesjugendkongress

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Am Wochenende vom 6. bis 8. Mai 2016 waren wir auf dem Landesjugendkongress der GRÜNEN JUGEND Bayern vertreten. Unter dem Motto „Sei sozial, Staat!“ haben sich ungefähr 90 Mitglieder der GRÜNEN JUGEND in Erlangen versammelt.

Dort waren wir nicht nur zahlreich vertreten, wir haben auch spannende Anträge zur Sozialpolitik und vielen anderen Politikfeldern beschlossen. Am Samtag sind wir für unsere neue Kampagne „Sei sozial, Staat!“ in Erlangen mit einer coolen Aktion auf die Straße gegangen, um für ein bedingungsloses Grundeinkommen, eine 100% Erbschaftssteuer und für Solidarität mit Geflüchteten zu werben. Außerdem wurde, wie jedes Jahr ein neuer Vorstand der GRÜNEN JUGEND Bayern gewählt: Eva Lettenbauer und Matthias Ernst wurden als Sprecher*innen bestätigt, Leon Eckert kehrt als Schatzmeister in den Vorstand zurück und Anna-Maria Lanzinger wurde als politische Geschäftsführerin gewählt. Jule Ziegler, Theresa Eberlein, Max Hieber und Niklas Wagener komplettieren den Vorstand als Frauen*- und Genderpolitische Sprecherin, bzw. als Beisitzer*innen. Wir gratulieren und freuen uns auf ein spannendes neues Jahr der Zusammenarbeit!

Auch Münchener Junggrüne sind (weiterhin) aktiv in der GRÜNEN JUGEND Bayern: Mit gleich acht Koordinierenden, die wir in den verschiedenen Landesarbeitskreisen im nächsten Jahr stellen werden, können wir die inhaltliche Arbeit der GJ Bayern entscheidend voranbringen. Vielen Dank Emma Richert, Simeon Beinlich, Alex Gillessen, Totti Schöningh, Marcel Rohrlack, Mariella Silvana, Sophie Harper und Karolin Borcherding, dass ihr diese verantwortungsvolle Aufgabe übernehmt. Dímitra Kostimpas wurde als Delegierte zur Petra-Kelly-Stiftung gewählt; Anne Steuernagel wird Delegierte zum Bundesfinanzausschuss und Teil des Rechnungsprüfungsteam.